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Méharée
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Méharée ist eine Reise auf dem Kamel. Der Begriff ist eine französische Wortschöpfung und ist abgeleitet von Mehari (arab.), das Reitkamel. Zur Kolonialzeit in Nordafrika ritten viele französische Soldaten auf Dromedaren und wurden Meharisten genannt. Später entstand daraus der Begriff Méharée, der auch heute für das Kameltrekking in der Sahara verwendet wird.

Doch bereits in der Antike reisten Kaufleute entlang der Seidenstraße von Europa nach China. Im Mittelalter waren solche Karawanen der einzig sichere Weg durch Nordafrika und das einzige Transportmittel für Waren, Soldaten und Pilger. Tunesien lag hierbei an der Kreuzung wichtiger Karawanenrouten in die fernen Ecken des afrikanischen Erdteils. Unter den extremen Bedingungen der Wüste erwies sich das Dromedar bald als effektivstes Lasttier, das sich im Laufe der Zeit besonders gut an die extremen Klimaverhältnisse der Wüste anpassen konnte.

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Es ist wahrlich ein erhabenes Gefühl, als Teil einer Karawane in die Weiten der Sahara hinauszuziehen. Tagsüber hoch oben auf dem Rücken eines Dromedars sitzend und sich dem wiegenden Rhythmus des ‘Wüstenschiffes’ anzugleichen und des Nachts am Lagerfeuer seinen Blick im unvergesslichen Sternenhimmel zu verlieren. Zu Fuß wird man eins mit der Wüste, ist diesem Meer aus Sand ganz nah. ‘Du gleitest die Dünen im warmen Sand hinunter, stapfst über ihre Kämme. Und plötzlich gehörst du dazu, bist ein Bestandteil dieser Weite, dieses Wüstenmeeres, der Sahara - das Tor zur Unendlichkeit.’

‘Wenn du bei Nacht die Sterne über der Wüste anschaust’, sagte der kleine Prinz, ‘dann wird es dir sein, als lachten alle Sterne.’

Und so kann es tatsächlich gelingen, die Sehnsucht in diesem WÜSTENMEER zu stillen: diese Unendlichkeit und Ruhe, diese Einsamkeit und Einfachheit des Beduinenlebens. Holz sammeln, Feuer machen, Tee kochen, Brot backen, essen, schlafen, trinken und die Tiere versorgen. Sonst nichts. Man fühlt sich aufgehoben, angebunden an etwas viel Größeres, das man nie zuvor erahnt hatte. Die Weite der Wüste verändert vieles und wer schon in der Wüste war, der weiß, dass sie nicht nur karg, leer und dem Leben feindlich gesonnen ist: wie kaum eine Landschaft schärft und reinigt sie die Sinne, pflegt und berührt die Seele, lässt aufatmen und weckt innere Kräfte. Sie ist frei von jeder Hektik, frei von Verpflichtungen. Sie kennt kein Gedränge und fast keine Geräusche.

Charakter meiner Wüstenreisen

Die tunesische Sahara zeigt ihre Schönheit vor allem durch ihre schier unendlichen Sanddünen, die vielerorts eine einzigartige Bilderbuchkulisse formen. Tunesien besitzt große einsame Wüstengebiete. Ziel jeder Reise ist das Kennenlernen des Landes außerhalb der Touristenzentren. Abseits der Pisten, als Teil einer Karawane sind wir tagelang mit Wüstennomaden unterwegs. Entweder reitend oder zu Fuß neben den Kamelen herziehend lernen wir die Schönheit dieser Wüstenregion kennen:

sanfte Wogen & gewaltige Dünen, Zeiten der Stille & das Rauschen des Windes sowie die Lebensfreude und Gastfreundschaft der Nomaden; das behutsame Schreiten des Kamels & Knirschen des Sandes unter den Füßen; das Spiel der Farben im Sonnenlicht & die Kälte der Wüstennacht; das Erzählen, Lachen, Trommeln, Singen am Lagerfeuer & den allumfassenden nächtlichen Sternenhimmel.

 

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‘Allah hat aus der Wüste alles Überflüssige entfernt, damit der Mensch erkennen kann, was wirklich wichtig ist.’