Copyright (c) 2015 Dr. phil. Ulrike Roppelt

 

Philosophie
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[Ethik-Carta] [Alternativ Reisen?]

URSPRÜNGLICH - INDIVIDUELL - EINZIGARTIG - BEWUSST - ÖKOLOGISCH - RESPEKTVOLL

Das Kennenlernen von Land und Menschen wollte ich so ursprünglich, individuell und einzigartig wie möglich gestalten. Mit ursprünglich meine ich, dass wir uns wie die Wüstennomaden bewegen und leben: wir sind zu Fuß und auf Dromedaren unterwegs, schlafen unter freiem Himmel und im Nomadenzelt. Individuell soll heißen, dass wir in einer kleinen Gruppe mit tunesischen Beduinen unterwegs sind. Dabei ist es möglich, die Lebensweise der Nomaden hautnah zu erleben. Für das Einzigartige sorgt die Sahara selbst. Wir rasten an Brunnen, erleben atemberaubende Blicke von Dünenbergen aus, lassen die Stille und die klare Sternenpracht der Nächte auf uns wirken, wie sie nur die Wüste bieten kann.

Mit der Reise unterstützen wir auch die lokale Ökonomie der Einheimischen vom Dorf Sabria mit den Prinzipien des sanften Tourismus. Wir erleben das ländliche Leben und die tunesische Kultur außerhalb der Touristenzentren und binden die Einheimischen zu fairen Konditionen aktiv mit ein. So ist es möglich, einen authentischen Einblick in das Leben fernab unserer westlichen Zivilisation zu erhalten: die Einfachheit des Lebens zu erfahren, die herzliche Gastfreundschaft und Lebensfreude der Nomaden zu erleben sowie Respekt vor Grundwerten, die in der Nomadenkultur groß geschrieben werden. Die Kargheit der Wüste sollte uns deshalb auch zu respektvollem bewusstem Umgang mit allen Ressourcen führen: Umwelt, Nahrung, Energie und natürlich Wasser.

Darüber hinaus werden wir natürlich immer wieder auf das ‘moderne’ Tunesien stoßen, wenn wir durch den Souk (Basar) von Städtchen bummeln, eine Kurzvisite in das Nachtleben von Djerba unternehmen, ein Töpferdorf aufsuchen oder einige bezaubernde Oasenstädtchen besuchen. Auch sonst werden wir sicherlich eine Menge an nicht planbaren Augenblicken und Erlebnissen aufnehmen, die unser Bild von Tunesien prägen.

Wir sind sowohl reitend auf dem Kamel, zu Fuß und mit dem Geländewagen unterwegs. Die Fahrten mit dem Jeep sind vor allem Anfahrtswege zum Ausgangspunkt unserer Wüstentour oder Transfers zwischen den Städten Djerba, Douz und Tozeur. Wir achten dabei darauf, ökologisch sensible Zonen zu schonen oder ganz zu meiden. Auf Wüstensafaris mit dem Geländewagen oder sog. ‘Beduinenpartys’, die häufig nach westlichem Muster für Touristen veranstaltet werden, verzichten wir bewusst. Solche Veranstaltungen haben mit der Kultur des Landes und den Traditionen der Nomaden wenig zu tun.

Abfall verrottet in der Wüste nicht. Deshalb vergraben wir auch die Abfälle nicht, sondern entsorgen sie auf ordentlichen Deponien oder nehmen sie sogar mit nach Hause. Toilettenpapier  und andere unbedenkliche Abfälle werden, wenn möglich, morgens bei Aufbruch an Ort und Stelle verbrannt. Gut ist es natürlich, wenn wir bereits zu Hause beim Packen den Blick auch hinsichtlich der Abfallvermeidung schärfen und unnötiges Verpackungsmaterial gar nicht erst auf die Reise mitnehmen.

Den Menschen in unserem Gastland Tunesien ist unsere europäische Kultur ebenso fremd wie uns die arabische Lebensweise. Vorurteile können auf beiden Seiten entstehen. Dies setzt ein großes Maß an Toleranz und Rücksichtnahme voraus. Wir reisen freiwillig nach Tunesien und unsere Gastgeberinnen und Gastgeber dürfen davon ausgehen, dass wir ihre Lebensgewohnheiten akzeptieren und uns z.B. entsprechend kleiden.