Copyright (c) 2015 Dr. phil. Ulrike Roppelt

 

Sandmeere 2
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Durch die Sandmeere der tunesischen Sahara

- Kameltrekking und Dahargebirge  (12 Tage)

Höhepunkte der Reise:
✤ 5 Tage Karawane durch die tunesische Sahara
✤ Sanddünen, Wüstenbrunnen und Sternenhimmel
✤ Nomadenleben mit den Beduinen
✤ Höhlendorf Matmata
✤ Wüstenoase Douz
✤ ‘Wellness’ in der Wüste (Thermalpool Ksar Ghilane)
✤ Speicherburgen (Ksour) & Berberdörfer
✤ Tageswanderung im Dahargebirge
✤ Bummeln im Töpferdorf Guelella & im Souk von Djerba
✤ Arabische Musik
 

Reisebeschreibung:

Tag 1
Flug nach Djerba; Fahrt durch das nördliche Dahargebirge ins Höhlendorf Matmata (ca. 130 km)

Nach unserer Ankunft in Djerba verlassen wir noch am Vormittag per Geländewagen die Insel. Die erste Fahretappe verläuft nach Djorf, wo wir mit der Fähre aufs Festland übersetzen. Anschließend folgen wir den Serpentinen hinauf ins Dahar-Gebirge. Wir fahren in westlicher Richtung direkt in das eindrucksvolle Bergland von Matmata. Die Umgebung von Matmata wurde durch den Film ‘Krieg der Sterne’ bekannt, da viele Filmaufnahmen in diesem Gelände gedreht wurden. Eine ungewöhnliche Siedlungsform mit schachtartigen Höhlenwohnungen hat sich dort in mehreren Berberdörfern zum Teil bis heute erhalten. Die meisten der bis zu 500 Jahre alten Bergorten sind inzwischen nicht mehr bewohnt. Wir verbringen die erste Nacht in einem Hotel mit einfach ausgestatteten ‘Schlafhöhlen’.

Tag 2
Matmata - Douz (ca. 100 km); Douz - Wüstencamp (ca. 50 km)

Ein ganz eigener Wohnstil hat sich durch die spezielle Landschaft des Berglandes von Matmata entwickelt und bis heute erhalten. Bevor wir das Höhlendorf Matmata in westlicher Richtung verlassen, nehmen wir uns etwas Zeit für die Besichtigung einer typischen ‘troglodytischen Wohnung’ und gewinnen einen Einblick in das frühere Alltagsleben der hier lebenden Matmati-Berber.
Gegen Mittag erreichen wir die große Oasenstadt Douz (100 000 Dattelpalmen). Douz, das ‘Tor zur Sahara’, befindet sich östlich des Chott El Djerid. Es hat 18.000 Einwohner und liegt zwischen der satten, grünen Oase und dem gewaltigen Sandmeer. In den großen Palmengärten gedeiht die berühmte Dattelsorte Deglet Nour. Hier können wir uns kurze Zeit in das bunte Treiben im Zentrum des Städtchens begeben und die Gelegenheit nutzen uns die traditionelle Kopfbedeckung für unsere Karawane - einen Schesch - zu erhandeln. Dies ist ein großes langes Baumwolltuch zum Schutz gegen Sonne, Wind und Sand in der Wüste.
Nach einem Mittagessen in Douz brechen wir mit dem Geländewagen auf einer Sandpiste Richtung Süden auf und fahren die letzten Kilometer ‘off-road’ in das Dünenmeer des orientalischen Erg. Nach dem bunten Treiben der Oasenstadt Douz erreichen wir unser erstes Wüstencamp inmitten von Dünen. Die nächsten Tage haben wir die Gelegenheit, die Ruhe und Weite der Sandwüste zu erfahren. Das Camp in den Ausläufern des östlichen großen Erg ist Ausgangspunkt unserer Karawane am nächsten Tag. Wir genießen unser erstes Abendessen am Lagerfeuer und übernachten im traditionellen Nomadenzelt oder direkt unter dem Sternenhimmel. Die nächsten Tage sind wir fernab der Zivilisation mit unserer Karawane in gemächlichem Tempo in der Sahara unterwegs.

Tag 3
Kameltrekking (ca. 5 Stunden)

Nach dem gemeinsamen Frühstück  warten schon die Beduinen mit den Dromedaren, um uns hinein in die Dünenwelt zu bringen. Die Tiere werden beladen und unsere kleine Karawane begibt sich hinein in die Ruhe der Sahara. Auf unserem Weg wechseln sich hohe Sanddünen mit weiten Ebenen und spärlicher Vegetation (Tamaresken) ab. Das Leben in den nächsten Tagen ist einfach und auf die wichtigsten Utensilien und Handlungen beschränkt. Dies ermöglicht die Erfahrung, wie auch mit geringem Komfort eine hohe Lebensqualität erreicht werden kann, wenn wir uns nur auf die archaische Lebensweise der Nomaden einlassen und unsere gewohnten Ansprüche fallen lassen.
Und nicht zu vergessen: Für jede/n TeilnehmerIn steht ein ‘persönliches’ Dromedar zur Verfügung. In den nächsten Tagen wird uns das Wesen der Tiere noch faszinieren. Es kann jederzeit gewählt werden, ob man reiten oder zu Fuß gehen möchte. So werden mal die Kamele hinter uns her gehen, mal werden wir auf ihren Rücken thronen und auf dem so genannten ‘Wüstenschiff’ über die Dünen ziehen. Auf Lastkamelen werden unser persönliches Gepäck, Beduinenzelt, Campingmatratzen, Decken, Küchenmaterial und Vorräte sowie große Wassersäcke mitgeführt. Unterwegs sind wir jeweils vormittags eine Etappe von ca. 3 Stunden, werden dann eine ausgiebige Mittagspause genießen und ziehen nachmittags nochmal ca. 2 Stunden weiter durch die Wüste. Immer wieder gibt es zwischendurch kleinere Pausen zum Rasten, Erfrischen und Fotografieren. Die Nachtlager der kommenden Tage werden an besonders geeigneten Orten aufgeschlagen, die sich auch für persönliche Erkundungen der Umgebung eignen. Das große offene Nomadenzelt wird jede Nacht wieder neu zum Schlafen aufgestellt. Wer mag, kann sein Nachtlager aber auch einfach auf den feinen Sanddünen aufschlagen und den funkelnden Sternenhimmel genießen. Unsere Begleiter beladen täglich die Tiere, helfen auch beim Auf- und Absteigen und sorgen für unser leibliches Wohl. Es sind allesamt Beduinen aus Sabria, die mit der Wüste und ihren Lebensbedingungen bestens vertraut sind. Es sind Nomaden - Menschen, die ihr Leben schon immer in der Wüste verbracht haben und uns an ihrer Welt teilhaben lassen werden. Sie bauen das Camp auf und ab, sammeln Feuerholz, beladen die Kamele und bereiten unsere Mahlzeiten zu. Eine Mithilfe unsererseits ist nicht erforderlich, aber willkommen. Nach Einbruch der Dunkelheit können wir am Lagerfeuer zusammen sitzen, der ungewohnten Stille lauschen, Geschichten erzählen  oder Kontakte zu den Nomaden knüpfen. Diese finden trotz der Arbeit mit den Kamelen, dem täglichen Backen des Brotes immer wieder Zeit für ein Gespräch, für kleine Späße oder zum abendlichen Singen und Trommeln am Lagerfeuer.

Tag 4
Kameltrekking (ca. 5 Stunden)


Nach dem gemeinsamen Frühstück, das in der Regel aus warmem, im Sand gebackenen Fladenbrot, Streichkäse, Konfitüre und Kaffee oder grünem Tee besteht, wird das Gepäck auf die Rücken der Dromedare geladen. Nach dem allgemeinen Aufbruch führt uns die Reise über kleinere und größere Dünenberge und -täler immer weiter in die Sahara hinein. Weitab von Ortschaften, Straßen oder Fahrzeugen bewegen wir uns durch die östlichen Ausläufer des Grand Erg Oriental und erfahren dabei einiges über das Leben in dieser Wüste. Beeindruckend sind in jedem Fall die Weite und Stille, aber auch die unterschiedlichen Lichtstimmungen und Naturschauspiele im Laufe des Tages.

Tag 5
Kameltrekking (ca. 5 Stunden)

Tag 6
Kameltrekking (ca. 5 Stunden)

Tag 7
evtl. eine kurze Strecke Kameltrekking; El Faouar - Douz (ca. 50 km)


Nach einer letzten Nacht unter dem Sternenzelt der Sahara und einer kurzen Wanderetappe müssen wir uns von der Wüste, unserer Karawane, den Dromedaren und Beduinen, verabschieden. Per Geländewagen geht es nun zunächst über eine Piste raus aus der Wüste und zurück in die Zivilisation zur Oasenstadt Douz.  Dort werden wir uns für die Nacht in einem 3-Sterne-Hotel einquartieren und nach den Tagen in der Wüste sicherlich den Komfort  genießen.

Tag 8
Douz - ‘Wüsten-Wellness’ in Ksar Ghilane (ca. 160 km)


Morgens besteht noch die Möglichkeit, in Douz bummeln zu gehen, das Städtchen näher zu erkunden und möglicherweise erste Einkäufe zu tätigen. Das Herz von Douz ist der Marktplatz - ein großes, ruhiges Viereck mit Eukalyptusbäumen und Tamarisken, umschlossen von Arkaden mit Cafes, den Läden der lokalen Händler und Handwerker. Am späten Vormittag bringt uns unser Geländewagen auf einer Wellblechroute zur Minioase Ksar Ghilane. Nach der Pistenfahrt gilt unser Interesse zunächst dem Quellteich. Dort strömt im Schatten großer Tamaresken warmes Wasser in ein großes Becken, in dem sich herrlich schwimmen lässt - und das mitten in der Wüste. Französische Ingenieure stießen ehemals auf diese Quelle. Das Wasser fließt dann weiter in Gräben durch die kleine Oase. Neben dem Thermalpool liegen kleine Cafes und hier befindet sich auch ein einfaches ‘Oasencamp’ - unser nächstes Nachtlager.
Das eigentliche ‘Ksar Ghilane’ ist eine Wüstenfestung der Franzosen auf den Fundamenten des von den Römern an der Südgrenze (Limes) ihrer Provinz Afrikca erbauten Castellum de Tisavar. Es liegt etwa 3 Kilometer nordwestlich der Quelle mitten in einem großen Dünengebiet. Wer möchte, kann zu Fuß oder auf dem Rücken von Dromedaren (diese sind hinter dem Quellteich stundenweise zu mieten) hinüber zum Ksar wandern. Die etwa einstündige Wanderung bietet den Wüstenhungrigen unter uns nochmals ein eindrucksvolles Erlebnis im Weichsand der Dünen.

Tag 9
Höhlendörfer und Ksour im Dahargebirge (ca. 200 km)


Nach einem letzten Bad brechen wir am Morgen in östlicher Richtung auf zu den Tafelbergen des Dahargebirges. Diese ca. 150 km lange Gebirgskette besteht aus schroffen, nackten Tafelbergen, die aus der Küstenebene in Stufen bis auf 700 m Höhe ansteigen. Zum Schutz vor räuberischen Wüstennomaden entstanden in den schwer zugänglichen Felsenregionen ganze Siedlungen aus Erd- bzw. Felshöhlen, festungsartige Bauten und hoch auf Felskuppen thronende Fluchtburgen. Aufgrund der isolierten Lage konnten die Bergbewohner ihre Eigenständigkeit, ihre Sitten, ihre Sprache und besonderen Wohnformen zum Teil bis in die Gegenwart bewahren. George Lucas war von dieser Landschaft Südtunesiens dermaßen fasziniert, dass er einige der Orte als Schauplatz für sein Epos ‘Krieg der Sterne’ wählte.
Wir nehmen uns zwei Tage Zeit um einige diese architektonisch einmaligen Höhlendörfer, Wohn- und Speicheranlagen näher zu erkunden: Von Westen kommend stoßen wir zunächst auf das alte Berberdorf Guermessa. Es war bis 2003 bewohnt und liegt in einem weiten Felskessel mit einer weißen Moschee in der Senke dazwischen. Von den in mehreren Bändern übereinander in den Hang gegrabenen Wohnhöhlen hat man einen weiten Ausblick ins Land. Unser Weg führt uns weiter in die Bergregion des Djebel Abiod (‘weiße Berge’), in die Heimat des mächtigsten Berberstammes Südtunesiens. Unsere Route streift zahlreiche Speicherburgen und Ksour, die teils verlassen in pittoresker Lage auf steilen Bergkegeln oder Hochplateaus liegen. Besonderes Interesse verdient das Ksar Zahra. Das gut restaurierte Ksar (zwei Höfe mit 3- bzw. 4-stöckigen wabenartigen Speicherkammern) ist voll ins Dorfleben integriert. Das wohl interessanteste und am besten erhaltene Wehrdorf in Tunesien ist Ksar Ouled Soltane. Der von zusätzlichen Wehrmauern umgebene Komplex besteht aus über 300 Kammern, den ghorfa, die sich bis zu vier Etagen hoch um zwei Höfe (15. und 19. Jahrhundert) gruppieren. Gegen Abend erreichen wir das alte Douriat, das vor etwa 500 Jahren von einem heiligen Mann aus Marokko gegründet wurde. Der Ort war ehemals ein wichtiger Markt- und Handelsplatz für Karawanen. In einem schlichten Höhlenhotel verbringen wir dort die Nacht.

Tag 10
Wanderung von Douriat in Richtung Tataouine


Nach der Besichtigung des alten Ortes Douriat am Morgen brechen wir zu einer Wanderung auf, die uns nördlich in Richtung Tataouine führt. Ein ortskundiger Führer wird uns auf kleinen Wegen durch die faszinierende Berglandschaft begleiten. Je nach Wetter- und Konditionslage legen wir die gesamte Strecke bzw. nur einen Teil des Weges zurück. Etwa drei Kilometer vor dem Ort Tataouine liegt unser nächstes Domizil - eine ruhige und recht idyllisch gelegene Hotelanlage,  in der wir uns von der Wanderung erholen können.


Tag 11
Tataouine - Djerba (ca. 150 km); Töpferdorf Guelella; Souk von Djerba

Am Morgen führt uns unser Weg nördlich auf die Insel Djerba zurück. Am frühen Nachmittag kommen wir in unserem Hotel an. Möglicherweise bleibt noch ein wenig Zeit um vor dem Abendessen einen Strandspaziergang zu unternehmen oder den Souk von Djerba zu erkunden und letzte Einkäufe zu erledigen. Bei Interesse können wir den letzten Abend in das Nachtleben von Djerba eintauchen und uns den Abschied von diesem Land und seinen Leuten mit arabischer Musik versüßen.


Tag 12
Rückflug von Djerba nach Nürnberg/München

Gegen Mittag werden wir zum Flughafen Djerba gebracht.