Die Perle der Großzügigkeit

Was spricht dagegen,  etwas Gutes zu tun, wenn keiner zuschaut? (Nicole Kidman)

Die wahre Großzügigkeit der Zukunft gegenüber besteht darin, in der Gegenwart alles zu geben. (Albert Camus)

Die Perle der Großzügigkeit: Sich immer wieder in Freigiebigkeit zu üben – das ist ein Loslassen, das großen Segen bringt. – Richten wir unsere Aufmerksamkeit doch darauf, was wir anderen zu geben haben.

Das Geheimnis  des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich. (André Gide)

Die Perle der Erkenntnis

Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung. (Dietrich Bonhöfer)

Die Perle der Erkenntnis: Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.

Jeder möge sein eigener Geschichtsschreiber  sein, dann wird er sorgfältiger und anspruchsvoller leben. (Bertold Brecht)

Die Perle des Wandels

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt. (Mahatma Gandhi)

Die Perle des Wandels: In dem Maße, in dem wir aufhören, gegen Unsicherheit und Ungewissheit anzukämpfen, in dem Ausmaß löst sich unsere Furcht auf. – Der Widerstand gegen Veränderungen gilt als eine der größten Quellen des Leids. – Wir sollten akzeptieren, Dass Veränderungen unvermeidlich sind und uns dem Fluss des Lebens hoffnungsvoll anvertrauen.

Wer glücklich sein möchte, muss sich oft verändern. (Konfuzius)

Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. (Wolf Biermann)

Die Perle der Erfüllung

Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte. (Berthold Auerbach)

Die Perle der Erfüllung: Die Gesellschaft gaukelt uns oft vor, dass unser Glück davon abhängt, dass wir alles haben. Je größer die innere Unzufriedenheit in uns selbst ist, desto mehr konsumieren wir. – Doch echte Freude findet man nur im Genuss der einfachen Dinge. – Weniger ist mehr.

Wenn man glücklich ist, soll man nicht noch glücklicher sein wollen. (Theodor Fontane)

Die Perle der Unendlichkeit

Wenn der Weg unendlich scheint und plötzlich nichts mehr gehen will, gerade dann darfst du nicht zaudern. (Albert Einstein)

Die Perle der Unendlichkeit ist der Anfang und das Ende der Perlenkette. Sie symbolisiert das Leben und seinen tiefsten Sinn. Sie erinnert uns an das wirklich Wichtige im Leben.

‚Halte immer an der Gegenwart fest. Jeder Zustand, ja jeder Augenblick ist von Unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit.‘ (Goethe)

24 Perlen für den Advent

Seit Jahrtausenden werden in den Religionen Perlenketten zum Gebet und zur Meditation verwendet.

Mysterium und Magie – in den religiösen Vorstellungen zu Gebetsketten mischt sich vieles. In der schamanistischen Praxis von Naturvölkern etwa waren Perlenschnüre aus kleinen Knochen als Amulett beliebt. 

Die heutige Form des katholischen Rosenkranzes entstand im 16. Jahrhundert. Sein lateinischer Name war ’numeralis‘, was einen Hinweis darauf gibt, dass die 170 Perlen Zählhilfen für Gebete sind.

„Eintausend Jahre verbrachte der Gott Shiva in tiefer Meditation, um für die Sünden der Menschheit Buße zu tun. Als er aus der Versenkung erwachte und das Leid der irdischen Lebewesen erkannte, weinte er bitterlich. Einige seiner Tränen fielen auf die Erde und verwandelten sich in Saatkörner. Bald darauf wuchs an dieser Stelle der erste Rudraksha-Baum.“

Diese Legende über die göttlichen Tränen ist uralt. Sie hat die getrockneten Samenkapseln des Rudraksha-Baums so beliebt gemacht: als Perlen für die Gebetsketten der Hindus. In den kleinen Früchten des tropischen Baums verbergen sich sämtliche Geheimnisse des Kosmos, glauben Hindus. Um die Mala-Perlen herzustellen, ist im Hinduismus jedes Material geheiligt, seien es Samen, Steine oder Sandelholzperlen. Eine Mala besteht aus 108 Perlen und einer Meru-Perle (mythischer Berg).

Die buddhistische Mala hat 108 Perlen, plus eine Guru-Perle und eine Quaste. Die Perlenreihe kann durch Perlen anderer Materialien unterbrochen werden und symbolisieren verschiedene Meditationsobjekte wie die Anzahl der irdischen Wünsche, die 108 Bücher der buddhistischen Lehre oder mantrische Texte.

Viele Muslime vertiefen ihre Kontemplation mit dem Tasbih, einer Gebetsschnur mit 99 Perlen. Diese stehen für die 99 Namen Gottes und gleiten beim Gebet durch die Hände der Gläubigen. Mit dem Abzählen werden die Namen Gottes und seine 99 Tugenden rezitiert. Der hundertste, geheime Name Gottes kann erst im Paradies gefunden werden.

Die Wüstenväter waren bemüht, dieses immerwährende Gebet zu sprechen; nach Paulus: ‚So betet ohne Unterlass!‘ Und haben sich dann auch Gebetsketten zugelegt. Und die waren noch keine Rosenkränze, sondern es war, was sie so kannten aus Ägypten oder Asien: Malas.

Der griechisch-orthodoxe Komboloi wird nicht mehr in erster Linie als religiöser, sondern als kultureller Gegenstand angesehen. Hier handelt es sich um Perlenketten zur Abwehr von Gefahren oder Sorgen (16 bis 20 Perlen).

Der Perlenkranz kann im Advent dazu einladen, innezuhalten und sich mit jedem Perlenimpuls auf zentrale Aspekte des Lebens einzulassen. Jede der 24 Adventsperlen hat ihre eigene Bedeutung – jede stellt ihre eigene Frage. Bei der Auswahl der Themen ließ ich mich von den zuvor beschriebenen religiösen Traditionen inspirieren. Dabei habe ich festgestellt, dass es zwischen den Religionen viele übergreifende Weisheiten gibt – Fragen und Antworten, die alle Menschen, gleich welchen Glaubens, betreffen.

24 Mal kann der Perlenkranz im Advent einen Impuls zum Innehalten und Nachdenken geben: Was ist wichtig im Leben? Was schenkt mir Glück? Worauf liegt der Fokus in meinem Leben? Bin ich da, wo ich sein will?

Im Adventskalender wird das Thema jeder einzelnen Perle knapp umrissen und so nehmen die Perlen uns mit auf eine Reise durch den Advent. Das ist nicht unbedingt eine leichte Reise und vielleicht geht manche Lebensweisheit der Perlen an uns vorbei und erreicht uns nicht. Das macht nichts, denn die Perlen stellen keine Ansprüche.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine besinnliche Adventszeit!

رمضان مبارك Ramadan Mubarak

Ich verzichte auf Dinge, die traurig machen. Menschen, die mir mein Lächeln rauben. Gedanken, die meinen Weg blockieren.

Bei unserer Letzten Senegalreise (Februar 2020) haben die Bildungsanstifter und die Studierenden der Caritas-Fachakademie (Bamberg) Abbé Osario kennen und schätzen gelernt. Es war eine sehr schöne Begegnung mit vielen tiefgreifenden Gesprächen. Abbé Ousario möchte uns einige Gedanken zur Bedeutung des Ramadans für den Interreligiösen Dialog weitergeben. Herzlichen Dank!

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Der Ramadan erlaubt es den Christen, den Islam (wie z.B. ihre Art und Weise zu beten, zu fasten, sich zu verhalten) besser kennenzulernen. Am Ende des Ramadans bereiten die Muslime ein Gericht aus Coucous zu und teilen dieses mit den Christen. Die Sensibilität gegenüber Armen (Zakad) während des Ramadans kann mit den barmherzigen Taten, die man bei den Christen findet, gleichgestellt werden, da diese auch darin bestehen, den am stärksten benachteiligten Menschen (den Kranken, den Gefangenen) zu helfen. Die Bescheidenheit in Bezug auf die Kleidung ist ein schönes Beispiel.

Während des Ramadans schreibt der Papst einen Brief an alle Muslime der Welt. Ein Brief, der im Senegal auf Wolof übersetzt wird und den Bischof André Gueye (Thiès) an die muslimischen Marabouts verteilt. Das bringt uns näher an die Muslime und entwickelt den muslimisch-christlichen Dialog weiter.

Bischof André aus Thiès (Senegal) ist der Pate der Caritas-Fachakademie bei ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘.

Le Ramadan permet aux chrétiens de mieux connaître la religion musulmane (leur façon de prier, de jeûner, de comporter…). À la fin du Ramadan, les musulmans préparent un repas à base de couscous qu’ils partagent avec les chrétiens. La sensibilité aux pauvres (Zakad) durant le Ramadan peut être mise en paralèle avec l’oeuvre misericorde corporelle que l’on retrouve chez les chrétiens et qui consiste aussi à aider les plus démunis (les malades, les prisoniers…). Le sens de la pudeur par l’habillement est un bel exemple. Pendant le Ramadan le Pape écrit aux musulmans du monde entier une lettre qui est traduite en wolof au Sénégal et que l’évêque de Thiès fait porter aux marabouts : cela nous rapproche des musulmans et développe le dialogue islamo-chrétiens.

رمضان مبارك Ramadan Mubarak

‚Ich kann auf das Fasten ebenso wenig verzichten wie auf meine Augen. Was die Augen für die äußere Welt sind, ist das Fasten für die innere.‘  (Mahatma Gandhi)

Ein Beitrag von Mehmet Cetindere, 1. Vorstand der DiTib Bamberg:

Unsere muslimische Gemeinde hat es sich zum Ziel gesetzt, das Miteinander von Muslimen und Nichtmuslimen in Bamberg zu fördern und einen Beitrag zu leisten, dass Muslime in Deutschland als Teil der Gesellschaft ihren Beitrag für die Zukunft unseres Landes erbringen. Neben der Religionsausübung ist die Gemeinde auch stark in den Bereichen der Bildung, der Jugend- und Frauenarbeit sowie im Sozialen und Kulturellen Bereich engagiert. Der Verband hat es sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in den Gemeinden zu erhöhen, ihre aktive Teilnahme am Gemeindeleben zu fördern und sich gegen jede Form der Unterdrückung und Ausgrenzung zu stellen.

Schon seit vielen Jahren arbeitet die Caritas-Fachakademie mit der DiTib-Gemeinde im Rahmen des interreligiösen und interkulturellen Dialogs zusammen. Wir freuen uns, dass Herr Cetindere für unser Projekt Ramadan Mubarak einige Gemeindemitglieder hat zu Wort kommen lassen, was ihnen der Fastenmonat bedeutet. Herzlichen Dank!

رمضان مبارك Ramadan Mubarak

Nasreddin Hodscha – Denkmal in Buchara (Usbekistan)

Darf ich euch Nasreddin Hodscha vorstellen, den sprichwörtlichen Helden der türkischen Volksliteratur aus dem 13. oder 14. Jahrhundert? Auch im 21. Jahrhundert kennt fast jedes Kind seine Geschichten. Viele humorvolle Geschichten und Anekdoten sind von Nasreddin Hodscha überliefert, einem volkstümlichen Lehrer und Geistlichen, der ein bisschen an seinen deutschen mittelalterlichen Verwandten Till Eulenspiegel erinnert. Ein Hodscha ist ein Lehrer, das Wort kommt aus der persischen Sprache. Nasreddin Hodscha, zeigt uns mit seinen Anekdoten sehr anschaulich, dass Humor und gesunder Menschenverstand im täglichen Leben oft viel sinnvoller sind als das blinde Befolgen starrer Regeln. Viele seiner schlagfertigen Erwiderungen lassen uns heute genauso schmunzeln wie die Menschen vor Jahrhunderten.

Der Bamberger Schriftsteller Paul Maar hat die Geschichten in seinem Buch ‚Das fliegende Kamel‘ aufgegriffen.

Lest am besten selbst!

Wisst ihr, wie Nasreddin Hodscha die 30 Tage im Monat Ramadan zählte? Für jeden Fastentag legte er einen Stein in einen Topf. Seine kleine Tochter beobachtete ihn einmal dabei und beschloss, ihrem Vater beim Sammeln von Steinen zu helfen. Ohne sein Wissen legte sie also ein paar Steine dazu.

Nach ein paar Tagen wurde der Hodscha von einem Nachbarn gefragt:

“Der wie vielte Fastentag ist heute eigentlich?”

Nasreddin Hodscha flitzte zu seinem Topf und zählte die Steine. Stellt euch seine Überraschung vor, als er auf 125 Steine kam! Aus Angst, ausgelacht zu werden, antwortete er dem Nachbarn:

“Heute ist der 45. Tag.”

Der Nachbar war sehr erstaunt.

“Wie kann das sein, obwohl der ganze Fastenmonat Ramadan nur 30 Tage hat?”, fragte er.

Verlegen antwortete Nasreddin Hodscha:

“Wenn man den Topf fragt, ist heute sogar der 125. Tag.”